Tätigkeitsbericht 2000

Das vergangene Jahr 2000 hat uns wieder mit viel Leid und Not konfrontiert, jedoch auch viele Erfolge gebracht, worüber wir Ihnen heute berichten. Dank zweier guter Verkaufs-- Ausstellungen von Gemälden meiner Frau und mancher Spenden konnten wir bei drei jeweils mehrwöchigen Einsätzen in Afrika viel bewegen.

afrika
Neben unserer medizinischen Arbeit in der Maasai-Steppe Tansanias und dem Rombo, die für die Betroffenen dort sehr viel bedeutet, haben wir uns vor allem um die Linderung der durch jahrelanges Ausbleiben der Regenfälle bedingten Hungersnot gekümmert. Tonnenweise wurde Mais in die vom Hunger bedrohte Region gebracht -Unsere Landepiste in Namalulu ist fertig gestellt, das Krankenhaus im Bau. Die Medikamentenvorräte in den bestehenden Krankenstationen wurden wieder aufgefüllt.

Nachdem sich auch im hohen Norden Kenias ( North Horr), eine ähnlich bedrohliche Situation entwickelt hat, konnten wir auch hier mit Nahrung, Schulspeisung und Medikamenten helfen. Besonders schlimm war diesmal die Hungersnot in der Region um Olgos, (zwischen Katjado und Machokos) wo unzählige Kühe infolge der Trockenheit verendet waren. Wir haben uns daher nach einem persönlichen Besuch vor Ort entschlossen, auch diese Maasai mit Nahrung und Werkzeugen zu versorgen. Speziell dieser Stamm wird noch länger nicht nur unserer medizinischen Hilfe bedürfen.

Sehr erfreut waren wir, unsere ehemaligen Straßenmädchen in Nairobi in einem so ausgeglichenen Zustand anzutreffen. 32 Mädchen konnten ihre Schneiderinnenausbildung mit einem staatlichen Diplom erfolgreich beenden und in den Beruf entlassen werden Kleinkredite halfen Ihnen bei der Gründung eigener Betriebe. Die neue Gruppe ist mittlerweile drogenfrei und lernt sehr eifrig. Die Mädchen nutzen ihre Chance und sind glücklich, daß wir Ihre bescheidene Ernährung aufbessern konnten.

Zum Teil dramatische Verhältnisse trafen wir an der Küste an. Hunderte von Kindern (Aidswaisen) vegetieren auf den Straßen. Dies machen sich die Rebellen aus den kriegführenden Staaten zunutze, um vor allem die 8 - 13 -jährigen in nächtlichen Aktionen in die Kriegsregionen zu entführen, um sie dort als "Kanonenfutter" und billige Prostituierte zu mißbrauchen. Wir haben uns daher besonders auf die Unterstützung von Schulen und Waisenhäusern konzentriert, um diesen Kindern neue Lebenschancen zu eröffnen.

Die im Herbststurm des letzten Jahres eingestürzte Shalom Schule verfügt mittlerweile über zwei neu erbaute Klassenräume, Schulbüro und Toiletten. Sie hat sich nun zur Vorzeigeschule der Region gemausert, nachdem sie als Schule für Waisenkinder noch vor Jahresfrist geschlossen werden sollte. Die Kinder sind mit ihrem neuen Schulhaus, den neuen Schulbänken und Sportgeräten sehr glücklich.

Die Victoria- Schule konnte durch zwei neue Klassenräume für die 6. und 7. Klasse erweitert werden. Dank unserer Unterstützung haben sich die Verhältnisse an der Mwokoeni Schule sehr gebessert Durch Aufnahme neuer Jahrgänge und vieler Strassenkinder hat sich die Schülerzahl jedoch fast verdoppelt. 430 Kinder drängen sich jetzt auf aller engstem Raum, so daß der Kauf eines neuen Grundstückes zur Erweiterung dringend erforderlich wurde, Neubauten stehen an. In ähnlich katastrophaler Situation befindet sich die neu in unser Programm aufgenommene Mnazi Moja Schule in Bombolulu, wo ebenfalls 450 Kinder auf engstem Raum zusammengepfercht sind. Der Lärm und die Hitze in den heißen Blechhütten sind unerträglich, die Kleinsten finden keinen Platz mehr und müssen im Freien unterrichtet werden. Auch hier konnte mit Mitteln zum Kauf eines angrenzenden Grundstückes und dem Bau neuer Klassenräume geholfen werden. Die Ventilation der übrigen Klassenzimmer wurde verbessert. Erfreulicherweise haben uns die Werkstätten für Behinderte der APDK in Bombolulu, wie in den Vorjahren, wieder geholfen, die von uns unterstützten Schulen mit neuen Schulbänken auszustatten. Wir verfolgten dabei einen doppelten Zweck: Durch unsere Aufträge konnten die Behinderten in den nicht ausgelasteten Werkstätten weiter beschäftigt werden, gleichzeitig wurden die Schulen mit den dringend benötigten neuen Schulbänken versorgt.

Darüber hinaus wurden die Behindertenwerkstätten wieder mit der Fabrikation neuer Rollstühle beauftragt, die kostenlos an Schwerbehinderte verteilt werden konnten und außerdem wurde die zur APDK gehörende Rehabilitationsklinik zweimal mit dringend benötigten Medikamenten versorgt. Weiter konnten neue Kleindarlehen für Existenzgründungen von Behinderten finanziert werden.

Unsere ehemaligen Straßenkinder in Kiserian genießen ihre Musikinstrumente, den neuen Klassenraum, die Schaukel und die Kuscheltierecke für die Kleinen. Es ist schön, wenn man gerade diesen Kindern ein bißchen Glück und Wärme in ihr Dasein bringen kann.

In der Schule für die Gehörlosen in Machakos geht das Leben seinen gewohnten Gang. Über 40 Kinder erhalten vom Verein ganz oder teilweise ihre so wichtige Ausbildung finanziert. Viele könnten ohne diese Unterstützung nicht von den vielfältigen Angeboten des Heimes profitieren und so keine Schulbildung erhalten. Auch die erweiterte Schreinerei, Schneiderwerkstatt und Kunstgewerbegruppe werden von den Kindern begeistert angenommen.

Wir sind glücklich, daß wir dank der tatkräftigen Unterstützung so vieler Freunde in so vielen Fällen und an so vielen Orten helfen konnten. Dies ist nur durch hohes Engagement unserer lokalen Vertrauten und unsere ständigen Kontrollen vor Ort möglich. Die damit verbundenen Strapazen haben wir gerne auf uns genommen, alle Reisekosten hierfür zahlen wir selbst.