Tätigkeitsbericht 1999

In drei jeweils mehrwöchigen Einsätzen haben wir während des vergangenen Jahres (1999) auf eigene Kosten unsere verschiedenen Projekte in Ostafrika besucht und sehr viel medizinische Hilfe leisten können. Oft warteten pro Tag mehr als 300 Patienten auf ihre Behandlung. Dank der großzügigen Spende der Deutschen Bundeswehr konnten wir einige hundert Wolldecken an die notleidenden Kinder im Massailand verteilen. Die Bundesregierung und unsere Freunde haben uns mit Instrumenten, Einrichtungsgegenständen und Material für die Krankenhäuser in Engasmet und Namalulu /Tansania sehr großzügig unterstützt. Alles ist in mehreren Transportcontainern wohlbehalten in der Massaisteppe eingetroffen. Durch zusätzliche Käufe von Mais konnten wir die Anfang dieses Jahr bedrohliche Hungersnot mildern.

Große Freude bereitete uns das Engagement der Mwokoeni Schule in den Slums von Bamburi, die mit den zur Verfügung gestellten Mitteln in Eigenarbeit ordentliche Schulräume mit Zementfussböden erstellen konnte. Auch Türen und Fenstergitter wurden selbst fabriziert und montiert. Die fehlenden Schulbänke wurden von den APDK- Behindertenwerkstätten angefertigt, so daß auch die Behinderten Arbeit und Brot hatten. Die Schülerzahl hat sich mittlerweile von 250 auf 350 vergrößert, wozu noch etwa 50 ehemalige Straßenkinder kommen, für die wieder eigene Räume und Latrinen errichtet werden müssen.

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Neu aufgenommen haben wir die Shalom- Schule im Slum von Bombolulu, die als Schule für etwa 90 Waisenkinder unter primitivsten Umständen in einer baufälligen Hütte mit löchrigem Dach betrieben wird. Auch die Victoria Baptist Schule hat Mittel für den Neubau eines dringend benötigten Klassenraumes erhalten.

Durch Spenden an die Bombolulu Workshops konnten wieder eine Reihe von Behinderten (meist Querschnittsgelähmte) mit Rollstühlen versorgt werden. Wir erreichten damit einen doppelten Effekt: Die Werkstätten hatten Arbeit und die Behinderten wurden wieder mobil, womit sie einer eigenen Beschäftigung nachgehen und ihre Familien wieder versorgen konnten.

Unseren ehemaligen Straßenkindern in Kiserian geht es gut. Wir haben ihr Engagement mit der Spende von Blockflöten und einem großen Keyboard zum Aufbau einer Musikgruppe belohnt. Die Freude war riesig. Die eingerichtete Schreiner- und Schneiderwerkstatt arbeitet sehr gut, macht den Kindern viel Spaß und gibt ihnen neue Zukunftsperspektiven.

Von den ehemaligen Straßenmädchen (VOWRI) in Nairobi haben die ersten ihre zwei -jährige Ausbildung als Schneiderinnen mit dem staatl. Diplom erfolgreich abgeschlossen und schon Anstellung gefunden. Sehr viele neue Mädchen (10-12 Jahre) warten noch auf ihre Chance zur Ausbildung.

Die Frauengruppe von Isinya hat nun ebenfalls den Durchbruch erreicht. Dank des von uns finanzierten Verkaufskiosks und der anfänglichen Materialspenden können sie nun ihre Handarbeiten verkaufen, obwohl das Geschäft wegen des Rückgang des Tourismus nur schleppend geht. Immerhin kann diese Gruppe nun selbst für das Schulgeld verstossener Massaimädchen sorgen und so verhindern, daß diese vorzeitig an alte Männer verkauft (verheiratet) werden.

Dank einiger Spenden haben auch die Schulen von Kemuka und Ilngarooj hinter den Ngong Hills große Fortschritte zu verzeichnen. Hier konnte fürs Erste die größte Not beseitigt werden. Besonders erfreulich waren auch die neuen Klassenräume der Uvileni Schule anzusehen, wobei in Eigenarbeit der Eltern mit den Spendengeldern wirklich Erstaunliches geleistet wurde.

In der School for the Deaf in Machakos/ Kenia genießen viele durch den Verein finanzierte gehörlose Kinder ihre Ausbildung. Es ist für sie außerordentlich wichtig, erst einmal eine Art der Verständigung zu erlernen, bevor sie unterrichtet werden können. Die neu eingerichteten Werkstätten für Kunsthandwerk, Schneiderei und Schreinerei sind ein großer Erfolg und haben auf Ausstellungen schon Preise errungen. Ganz entscheidend ist aber die Tatsache, daß die Kinder hier nebenbei noch eine handwerkliche Ausbildung erhalten, die später auch zum Lebensunterhalt dienen kann.

In der Turkana ist dagegen noch sehr viel mehr Hilfe erforderlich. Die dort wieder einmal ausgebliebenen Regenfälle haben zu einer großen Hungersnot geführt und wir wissen noch nicht, wie wir weiterhin die dort so dringend benötigten Nahrungsmittel besorgen können. Trotz direkter Kontaktaufnahme mit bekannten, großen Organisationen ist es uns bedauerlicherweise nicht gelungen, deren Interesse für die von uns betreuten, unterprivilegierten Gebiete zu wecken, da sich niemand in den so wenig attraktiven und abgelegenen, schwer erreichbaren Regionen engagieren will.